Projekt Nachhaltigkeit – durch Selbstreflektion zum Ziel?

Ich bin definitiv einer dieser Menschen, die, wenn sich sich etwas in den Kopf gesetzt haben,es kaum erwarten können, diese Sache zu verwirklichen. Als absoluter Perfektionist fällt es mir schwer, mich mit länger andauernden Prozessen zufrieden zu geben und hätte am liebsten sofort alles so, wie es in Zukunft sein soll. Am besten gestern schon. Obwohl ich ein absoluter Planungsmensch bin, fühle ich mich deshalb, als würde ich mich manchmal Hals über Kopf und steil bergab in etwas hineinstürzen und es so schnell wie möglich komplett verändert und erledigt haben wollen. Natürlich ist das in den meisten Fällen eher unmöglich, so auch, wenn es darum geht, sich einen nachhaltigeren Lebensstil anzueignen und Müll zu reduzieren.

Ich bin schon vor einer Weile auf diese Themen aufmerksam geworden und mir war sehr schnell bewusst, dass auch ich mich angesprochen fühle und dass auch ich viele Dinge meines alltäglichen Lebens überarbeiten und verbessern möchte. Aber an welchen Ecken muss ich eigentlich arbeiten? Es ist relativ einfach erkennbar, dass man gerade hier in den USA etwas gegen den exzessiven Gebrauch von Strohhälmen und Plastiktüten tun sollte, aber die persönliche Nutzung dieser Gegenstände lässt sich relativ schnell und relativ leicht verringern, wenn man erst einmal festgestellt hat, dass man etwas dagegen tun möchte. Doch wo geht es weiter?

Ich bin keiner dieser extremen Starbucks-Süchtigen, die ohne ihren täglichen Triple Mocha Frappuccino nicht in den Tag starten können, aber ab und an findet man sich doch mal in einer der Milliarden US-Filialen wieder und deshalb habe ich mir einen wiederverwendbaren Kaffeebecher gekauft, den ich im Fall der Fälle immer dabei habe, um den durch die Wegwerfbecher entstehenden Müll zu vermeiden. Außerdem habe ich festgestellt, dass mir Second Hand Shopping sowieso viel mehr Spaß macht, als mir stundenlang in riesigen Einkaufszentren die Füße Wund zu laufen und am Ende trotzdem frustriert und mit leeren Händen nach Hause zu fahren.

Ich hatte plötzlich das Gefühl, schon wirklich etwas verändert zu haben und war stolz darauf, endlich aktiv zu sein (don’t get me wrong, jeder kleine Schritt ist trotzdem ein Schritt in die richtige Richtung und darauf kann man unglaublich stolz sein), doch ich habe auch gemerkt, dass hier noch nicht Schluss ist und dass es weitergehen soll. Aber wo? Was mache ich als nächstes? Ich glaube, dass es ein wichtiger Schritt in Richtung Nachhaltigkeit ist, sich damit auseinanderzusetzen, wo man eigentlich Plastik verwendet, wann man unnötigen Müll produziert und was man dagegen tun kann, denn wenn man sich nicht bewusst darüber ist, welches Verhalten der Umwelt schadet, kann man es auch nicht verbessern.

Hier in Amerika fällt mir immer wieder auf, wie jede Minute, eigentlich jede Sekunde, Müll produziert wird, der so einfach zu vermeiden wäre. Ich habe viele dieser Verhaltensweisen von Anfang an abgelehnt, weil es mir moralisch nicht richtig vorkam, jedes einzelne Produkt in zwei Plastiktüten zu packen oder bereits geschälte Orangen in einer Plastikbox zu kaufen, aber unsere Gesellschaft ist zu einer Konsum- und Wegwerfgesellschaft geworden und unterbewusst sind wir alle ein Teil davon geworden. Man muss sich erst bewusst werden, dass man der Umwelt und den Tieren schadet, bevor man damit aufhören kann und an diesem Punkt bin auch ich zum Glück endlich angelangt. Deshalb habe ich mir vorgenommen, in den nächsten Tagen und Wochen aufmerksamer zu beobachten, wann und wo ich eigentlich ein Verhalten zeige, welches weit weg von einer nachhaltigen Lösung ist, um daran arbeiten zu können. Damit eröffne ich die erste einer Reihe von Challenges in Richtung Nachhaltigkeit, die ich mir für die nächste Zeit vorgenommen habe und die mich auf den richtigen Weg führen sollen. Ich habe mir außerdem vorgenommen, diesen Prozess so gut es geht schriftlich festzuhalten, um euch bald von meinen Ergebnissen berichten zu können und habe jetzt schon die Befürchtung, dass man ganz leicht unterschätzt, wieviel Plastik man eigentlich verwendet, ohne sich dem überhaupt bewusst zu sein.

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